Das weiße Band ist ein Spielfilm des Österreichers Michael Haneke (“Funny Games”, “Die Klavierspielerin”). Der Film erzählt eine deutsche Kindergeschichte, die sich in einem norddeutschen Dorf vor Ausbruch des 1. Weltkrieges ereignet haben soll. Und diese Geschichte ist sehr mysteriös.
Alles beginnt mit dem Reitunfall des Dorfarztes, dann kommt eine Bauersfrau bei einem Unfall im Sägewerk ums Leben. Am Tag des Ernstedankfestes wird der Sohn des Baronen entführt und misshandelt, eine Scheue brennt nieder und auch der behinderte Sohn der Hebamme wird schwer misshandelt. Alle diese Vorfälle bleiben zunächst unaufgeklärt. Doch dann beginnt der Dorflehrer die Taten zu hinterfragen: Sein ungeheuerlicher Verdacht fällt auf die Kinder des Dorfes.
Hanekes zeichnet ihn seinem Film die Lebenssituation im Vorkriegsdeutschland nach und sucht nach den Quellen des Radikalismus und Faschismus der nachfolgenden Kriegsjahren. Die gesellschaftliche Siuation im Dorf ist geprägt durch eine feste Hierarchie: Das Sagen haben der Baron, der Arzt und der Pastor. Sie geben Ihre Regeln und Befehle an Frauen und Kinder weiter. Auch innerhalb der Familien. Dort gibt es keine körperliche Nähe, sondern ein starres Muster des Zusammenlebens. Die Kinder werden gezüchtigt oder Ihnen wird ein weißes Band in die Haare gebunden um sie rein zu waschen. In der hierarchischen Kette sind die Kinder das letzte Glied, wie sich aber herausstellt, nicht das schwächste: Auch die Dorfkinder finden Schwächere und geben die Brutalität, die sie erfahren, weiter.
Hanekes faszinierender Film wurde in Cannes 2009 mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Bei seiner fünften Teilnahme im Wettbewerb gewann Michael Haneke damit zum ersten Mal die höchste Auszeichnung des Festivals. Darüberhinaus ist ist “Das weiße Band” als deutscher Beitrag in der Kategorie “Bester fremdsprachiger Film” bei den Oscars 2010 nominiert.


