“This is it” war der Titel Michael Jacksons Comeback-Konzertreihe, die ab Juli 2009 in London stattfinden sollte. Aufgrund der enormen Ticketnachfrage wurden aus anfänglich zehn schliesslich 50 ausverkaufte Termine. Es fand jedoch keines der Konzerte statt, da Michael Jackson am 25. Juni in L.A. verstarb – 18 Tage vor dem ersten Konzert.
Mit dem Musik-Dokumentarfilm “This is it” gewährt uns der verstorbene Künstler zusammen mit dem Choreografen Kenny Ortega einen Einblick in die Proben zur geplanten Show. Nach Jahren der Bühnenabstinenz kehrt Michael Jackson damit zurück: Aus über 100 Stunden Filmmaterial, mitgeschnitten bei zahlreichen Proben, erleben wir eine komplette Bühnenshow ohne Publikum, angereichert mit Hintergunddetails der Produktionsvorbereitungen. Es wäre das perfekte Konzert gewesen.
Es ist eine ganz außergewöhnliche Dokumentation. Sie zeigt einen gesunden Michael Jackson, der ganz der alte ist: Er weiß genau, wie das Keyboard zu klingen hat und bestimmt die Einsätze selbst. Er hat das Gespür für die richtigen Längen der Pausen und den Einsatz der Pyrotechnik. Und beherrscht seine Tanzschritte wie vor 25 Jahren. Der Film ist vielleicht sogar besser als ein Konzert: der ganze Kinosaal singt oder summt am Ende mit. Jeder, der Michael Jacksons Musik mag und den Film gesehn hat, wird endgültig zum Michael Jackson Fan. God bless you. With love: L..O..V..E.
“This is it” ist als Kino-Event geplant und weltweit nur zwei Wochen in den Kinos.
Nach dem schwedischen Film “So Finster die Nacht” (engl. “Let the right one in”) von Thomas Alfredson habe ich mit “Durst” (engl. “Thirst”) einen weiteren Vampirfilm im Kino gesehn. Diesmal hat sich der koreanische Regisseur Park Chan-wook (“Oldboy”, “I’m a Cyborg, But That’s OK”) an den Stoff herangewagt, der vom Mythos blutsaugender Nachtgestalten wiederbelebter menschlicher Leichnamen mit übernatürlichen Kräften erzählt.
Der katholische Pater Sang-hyeon (Song Kang-Ho) infiziert sich während eines medizinischen Experiments mit einem Vampir-ähnlichen Virus. Fortan ist er dem Konfikt ausgeliefert, sich von Blut zu ernähren um zu überleben, obwohl ihm sein Glauben das Töten verbietet. Zu erst ernährt er sich vom Blut sterbender Patienten im Krankenhaus. Verfällt dann aber auch der Liebe einer Frau und nutzt seine übermenschlichen Kräfte, um deren Ehemann zu töten. Endgültig zum Vampire mutiert ist er künftig durstig nach Blut…
Der Koreaner Park Chan-wook ist zur Zeit erfolgreichester Regiesseur von Horror-Filmen. “Durst” ist in Wirklichkeit eine Liebesgeschichte, die von Macht, Gier und körperlicher Beziehung erzählt. Die groteske Situation wird untermalt von einer eigenwilligen Bildästetik: kaltes blau-grün, blendendes weiss und dunkles Blutrot. Das konsequente “Sad-End” für die Liebe ist ein Happy-End für den Film.
Park Chan-wooks Film wurde während der Filmfestspiele in Cannes 2009 mit dem “Preis der Jury” ausgezeichnet. Die Deutschlandpremiere fand auf dem Fantasty Filmfestes im August 2009 statt. Seit Mitte Oktober ist der Film in den Deutschen Kinos.
Mit “Alle anderen” ist der deutschen Regisseurin Maren Ade nach Ihrem erfolgreichen Debütfilm “Der Wald vor lauter Bäumen” ein weiteres Meisterwerk gelungen. Der extrem kurzweilige Film erklärt eindrucksvoll alle Facetten einer Beziehung: Liebe, Albernheiten & Hingabe, aber auch Hilflosigkeit, Machtkämpfe & Hass und natürlich den Blick auf alle anderen.
Chris (gespielt von Lars Eidinger) und Gitti (Birgit Minichmayr) sind ein ungleiches Paar: Er angehender Architekt aus reichem Elternhaus mit gefestigten Idealen, Sie “macht irgendwas was mit Medien”. Gemeinsam auf Sardinien entwickelt sich die romantischen Urlaubsstimmung langsam aber stetig zu einem komplizierten Beziehungsgeflecht. Auslöser ist die Begegnung mit einem befreundeten aber irgendwie anderem Paar.
Maren Ade ist ein wunderbarer Film gelungen, der mal tragisch, mal komisch, die Gefühle eines modernen Paares nachzeichnet, das sich am Ende nur noch danach sehnt, möglichst wie alle anderen zu sein. Der Film ist klar der “Berliner Schule” zuzuordnen: Fernab jeder Sensation dominieren hier zwei großartige Schauspieler, phrasenhafte Dialoge und klare sommerliche Bilder. Ein bewundernswerter Film.
“Alle Anderen” feierte Premiere im Wettbewerb der Berlinale 2009 und gewann zwei Silberne Bären: Den “Grossen Preis der Jury” als zweitbester Spielfilm und “Beste Hauptdarstellerin” für Birgit Minichmayr. Seit Juni 2009 ist der Film in den deutschen Kinos.
Fatih Akin (zuletzt ausgezeichnet mit dem Deutschen Filmpreis 2008 für “Auf der anderen Seite”) ist mit seinem neuen Film “Soul Kitchen” im Wettbewerb der kommenden Filmfestspiele in Venedig vertreten. Die in Hamburg spielende Komödie mit Moritz Bleibtreu, mit der Akin eigentlich nach Cannes fahren wollte, wird nun also in Italien ihre Premiere feiern.
Neben Akin sind weitere deutsche Produktionen in Venedig vertreten: die iranische Videokünstlerin Shirin Neshat mit “Women without men” und die Sherry Hormanns Weltpremiere “Wüstenblume” in einer Nebenkategorie. Ausserdem läuft Werner Herzogs US Produktion “Bad Lieutenant: Port of Call New Orleans” im Wettbewerb.
- im Orginal “Den Du Frygter” ist der neue Film des Dänen Kristian Levring. Mit an Bord ist der vielfach ausgezeichnete Schauspieler Ulrich Thomsen (“Das Fest“, “Idioten“, “The International“) und in der weiblichen Hauptrolle Paprika Steen (ebenfalls bekannt aus den Dogma Filmen “Das Fest” und “Idioten“).
Sam Mendes (“American Beauty”, “Revolutionary Road”) neuer Film “Away We Go” feierte gestern Abend seine Internationale Premiere als Eröffnungsfilm des Edinburgh International Film Festival 2009. Die Hauptrollen in der Romantikkomödie spielen die Amerikaner Maya Rudolph (“Saturday Night live”) und John Krasinski, mit dem Sam Mendes zuvor schon für seinen Film “Jarhead” zusammengearbeitet hatte. In “Away We Go” begleitet die Kamera das junge Paar kurz vor der Geburt Ihrer ersten gemeinsamen Tochter, auf der Suche nach dem richtigen Ort für das familiäre Glück.
Die Suche führt nach Montreal, Phoenix und Miami dort besuchen sie Schwester, Freunde und Bruder. Obwohl alle diese Ort anfänglich nach dem optimalen Familienglück aussehen, ergeben sich immer wieder komische oder ernsthafte Situationen, die die beiden veranlässt weiterzuziehen, mal mit dem Flugzeug, dem Mietwagen oder dem Nachtzug. Schliesslich lassen sie sich am Ort ihrer Kindheit nieder.
John Krasinski, Carmen Ejogo und Sam Mendes (rechts) bei der Premiere ihres neuen Filmes "Away We Go".
In einer kurzen Vorstellung betonte Sam Mendes und die ebenfalls anwesende britische Schaupielerin Carmen Ejogo wie sehr sie sich freuen, die Internationale Premiere in Edinburgh zu feiern, denn sie haben noch gute Erinnerungen, als sie am Anfang ihrer Karrieren im Rahmen des Fringe Festivals aufgetreten sind. Wer mehr über Sam Mendes erfahren möchte, sollte heute Abend “Sam Mendes: In Person” nicht verpassen: Dort plaudert der Regisseur 90 Minuten über seine Arbeit und steht für Fragen bereit.
Die Deutsche Filmakademie hat mit dem Portal vierundzwanzig.de vor Kurzem eine sehr interessante Wissens- und Informationsplattform über die Hindergründe des Filmemachens gestartet.
Screenshot von Vierundzwanzig.de
Die Webseite unterteilt sich grob in folgende Bereiche:
Filmausschnitte und Interviews
Man kann sich über jeden Filmberuf kurze Filmausschnitte und damit verknüpfte Interviews ansehen, die auf relativ einfache Art vermitteln worum es in dem Beruf/Bereich geht. Mir hat zum Beispiel das Interview mit der Filmproduzentin Bettina Brokemper des Films “Falscher Bekenner” sehr gut gefallen.
Filmschule
Dieser Bereich richtet sich besonders an Schüler und Lehrer um mit Basiswissen und Übungen auch in der Schule über die Hintergründe des Filmemachens informieren zu können.
Glossar
Im sehr umfangreichen Glossar findet man kurze und stichhaltige Texte über bestimmte Fachbegriffe.
Linkliste
Die Linkliste verweist auf weitere interessante Internetangebote wie z. B. auf Filmhochschulen, Filmfestivals sowie Filmzeitschriften.